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Problemstellung:
Immer wieder zeigen sich Fälle, in denen der Turbolader Opfer
unsachgemäßen Einbaus geworden ist, oder dieser infolge von Mängeln am Motor
oder im Bereich der Luftfilterung ausfällt.
Eine besondere Beachtung muss hierbei der
Thematik Fremdkörpereintritt in Verdichter und Turbine gewidmet werden.
Zusammenhänge, die hier wenig bekannt sind, führen oftmals zu
Fehlinterpretationen in der Werkstatt, Ausfall eines Turboladers und/oder
dessen Ersatz-Laders, sowie auch zu Fehlbewertungen im Kreise von
Sachverständigen.
Wir möchten hier mit einigen wenigen Hinweisen
Hilfestellung geben.
Zunächst sei gesagt, dass Fremdkörperschäden
einwandfrei an den jeweiligen Rädern nachweisbar sind. Diese Schäden
befinden sich jeweils an den Gaseintrittskanten der Räder; beim
Verdichterrad also axial und beim Turbinenrad radial. Unter Missachtung der
Tatsache, dass diese Bereiche ohne mögliche Berührung zum Endgehäuse (selbst
bei beschädigten Axial- und Radiallagern) laufen, werden diese Schäden oft
fälschlich als Anlaufschaden interpretiert.
Zwar tauchen in solchen Fällen nicht selten auch
zusätzlich Schäden an den Außenradien von Verdichterrädern auf, jedoch sind
diese dann Folgeschäden, welche auf einen Schaden in der Radiallagerung des
Turboladers - hervorgerufen durch die mit Fremdkörperschaden erzeugten hohen
Unwuchten im Laufzeug (Verbund Welle + Verdichterrad) - zurückzuführen sind.
Die Positionierung von Fremdkörperschäden macht
es im Bereich des Verdichters relativ einfach, diese auch im zusammen
gebauten Zustand des Laders zu entdecken. Ein Blick in den Verdichtereinlass
eines Turboladers lässt einen solchen Schaden unschwer erkennen.
Im Falle des turbinenseitigen
Fremdkörperschadens ist dies jedoch anders. Solche Schäden lassen sich
allgemein nur nach Demontage des Turbinengehäuses erkennen, da der axiale
Blick in den Turbinenauslassbereich den Schaden radial am Turbinenrad nicht
entdecken lässt.
Es ist also wichtig, dass man sich vor Einbau
eines neuen Turboladers einen geeigneten Überblick verschafft, d.h. prüft,
wieso der alte Turbolader überhaupt ausgefallen ist; dies ist nicht nur im
Falle von Fremdkörperschäden unabdingbar!
Ist der alte Turbolader z.B. in Folge eines
gerissenen Steuerriemens ausgefallen, bei dem infolge ein Ventil aufgesetzt
hat und ein Teil des Ventils abgerissen ist, so ist es denkbar, dass ein
solches Teil mit dem Abgasstrom über die Turbine gewandert ist und hierbei
das Turbinenrad beschädigt hat. Wird ein solcher Schaden nicht entdeckt und
der schadhafte Turbolader nun auf dem reparierten oder ausgetauschten Motor
wieder verwendet, kann dies am Ende wieder zum Totalausfall des Motors
führen.
Gleiches gilt natürlich auch für den Fall, dass
Fremdkörper zwischen Brennraum und Turbolader unentdeckt bleiben und später
zu Schäden führen.
Hier nun einige Bilder solcher Schäden
Anhand dieser Beispiele sind zwei Dinge zu
erkennen:
a) Schadensumfänge an den Rädern sind
unterschiedlich ausgeprägt, jeweils in Abhängigkeit zur Größe des
Fremdkörpers und der Wellendrehzahl beim Eintritt
b) Schäden jeweils über Gaseintrittskanten
(Verdichter Axial, Turbine radial)
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